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Ein kleiner Einblick in den Arbeitskreis Bildung

In diesem Bericht möchten wir allen Interessierten einen Einblick geben wie man sich die Arbeit des Arbeitskreises Bildung in einer Flüchtlingsunterkunft mit jungen Erwachsenen vorstellen kann. In einem unserer Treffen zur Koordination und Austausch in unserem Team, haben wir vom AK Bildung festgestellt, dass neben dem Sprachunterricht auch der Bereich „Alltagsbildung“ gefördert werden sollte. Das Grundgerüst der sprachpraktischen Ausbildung sind zwei Kurse, ein sonntäglicher von mir gehalten mit Lehrwerk von Cornelsen, ein zweiter von Frau Elke Langer, die freie Konjugationsübungen macht, wiederholt etc. Flankiert wird dieses Grundgerüst mit beinahe täglichen Besuchen der anderen Mitglieder in denen in Alltagssituation (Kochen, Putzen) weiter vertieft werden soll.

Wir stellen großen Lerneifer fest, allerdings bestehen z.T. Probleme beim Verständnis bestimmter Übungen – also der Aufgabenstellung. Wir sind zwar erst im zweiten Kapitel unseres Lehrwerks „Pluspunkt Deutsch“ (Cornelsen, richtet sich an junge Erwachsene ohne Vorkenntnisse) aber es dauert oft länger, eine bestimmte Übung zu erklären, als sie dann gemeinsam zu absolvieren.

In der Alltagsbildung gibt es noch ein zwei Dinge nachzuholen, vom richtigen Einräumen der Spülmaschine bis hin zum Kochen, das in Äthiopien wohl eben ausschließlich Frauenarbeit ist. Wir hoffen ihnen vermitteln zu können, dass „gut und lecker Kochen können“ bei uns generell als Talent gilt und damit unabhängig vom Geschlecht eine positive Eigenschaft ist.

Peter aus unserer Gruppe wird daher einmal die Woche mit den Jungs ein paar Basics kochen, Spaghetti mit Tomatensoße etc. Nebenziel sind dazu noch mathematische Alltagsfähigkeiten – Maße, Einheiten, Liter, Millimeter, berechnen, abmessen – auf Deutsch zu erlernen.

Der Unterricht und der Austausch macht beiden Seiten Spaß, besonders wenn auch Äthiopien und die Landessprachen Amharisch und Oromo eingebunden werden. Lernen die Jungs die deutschen Zahlen, fragen wir parallel nach den entsprechenden Zahlen in ihren Sprachen und „müssen“ diese aussprechen. Das sorgt immer wieder für Lacher und bricht auch den Frontalunterricht auf.

Dr. Matthias Schönhofer